Von den Reaktionen auf unsere Entscheidung…

„Und solltet Ihr tatsächlich mit nur 1€ wieder kommen, gibt es Freunde (mich eingeschlossen 😉) die Euch den 2ten oder 3ten geben würden, damit Ihr wieder einen Anfang machen könnt!!! Ich kann es immer nur wieder sagen : Ihr macht das Richtige ❤️“

Das ist ein Kommentar eine sehr lieben, guten, langjährigen und warmherzigen Freundin von uns unter unserem neuen Video , in dem wir über die Reaktionen auf unsere Entscheidung berichten. Sie hat es mir auch schon persönlich gesagt…also nicht nur in der virtuellen Welt :). Waren die Reaktionen wohl alle so positiv? Das verraten wir euch hier:

Gerne möchte ich diesen Blogpost nochmal nutzen, um etwas detaillierter darauf einzugehen, was Jan und ich mit der im Video erwähnten „Sicherheits <-> Abenteuer“ Achse meinten. Es gibt ein Modell, welches – unter anderem – diese Gegensätze beschreibt. Hierbei handelt es sich um das „Riemann-Thomann-Kreuz“ abgeleitet aus Riemanns Werk „Grundformen der Angst“.

Ich habe einen tollen Blogbeitrag gefunden, der das Modell super erklärt (Quelle: http://www.tim-deutschmann.de/Philosophie/RiemannKoordinaten.html) und zitiere nachfolgend einige Textpassagen, um die „hysterische“ und „zwanghafte“ Persönlichkeit etwas verständlicher zu machen.

Disclaimer: Ich möchte euch nur einen kleinen Einblick geben und erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit :).

Fritz Riemann zufolge lässt sich das Verhalten eines Menschen in vier Kategorien der Angstabwehr unterteilen, von denen sich jeweils zwei einander gegensätzliche Typen auf jeweils einer Achse eines Koordinaten-Systems, das sogenannte „Riemann-Thomann-Kreuz“, befinden.

Bildschirmfoto 2018-09-08 um 12.01.28

Die hysterische Persönlichkeit:  „Die hysterische Persönlichkeit ist fasziniert von Reizen, dem Kennenlernen von Unbekanntem, der Freude am Wagnis, an Abenteuern, Erlebnissen und Erfahrungen, die den gewohnten Rahmen sprengen, um alle Möglichkeiten seines Wesens in seinen Beziehungen kennenzulernenEr hat Angst vor dem Endgültigen, dem Unausweichlichen, der Notwendigkeit und der Begrenztheit seines Freiheitsdrangs. Er scheut hingegen nicht die Wandlung und das Risiko, strebt nach Veränderung und Freiheit, bejaht alles Neue, ist risikofreudig. Die Möglichkeiten der Zukunft erscheinen ihm als große Chance. Er fürchtet hingegen Einschränkungen der Möglichkeiten, Zwänge, festlegende Gesetzmäßigkeiten, Traditionen. Sie bleiben gerne unverbindlich, scheuen Verpflichtungen, lehnen Ansprüche auf ewige Gültigkeit ab. Alles soll für sie relativ, lebendig und farbig bleiben. Sie hängen nicht an der Vergangenheit, zelebrieren den Augenblick, sind opportunistisch, nutzen alle sich ihnen bietenden gegenwärtigen Möglichkeiten für einen Lustgewinn, halten sich für die Zukunft das weite Feld der Möglichkeiten offen, ohne sie konkret zu planen lösen sich von der Vergangenheit, wenden sich der Zukunft zu und opfern dafür Gegebenes, Herkömmliches, Bestehendes. Er lebt von Augenblick zu Augenblick, ohne feste Pläne und klare Ziele, immer in Erwartung von etwas Neuem, neue Reize und Eindrücke suchend, leicht ablenkbar durch ein gegenwärtiges, sich ihm bietendes Reizangebot. Er braucht das Gefühl der Freiheit als Abwehr gegen das Gefühl der Einengung durch Ordnungen und Gesetzmäßigkeiten, hat Angst vor dem Sich-Festlegen, dem Nicht-ausweichen-Können. Die so erstrebte Freiheit ist mehr eine Freiheit von etwas als für etwas.“

Die zwanghafte Persönlichkeit: Der Zwanghafte hat die Neigung, alles beim Alten zu belassen. Veränderungen lösen in ihm die Angst der Vergänglichkeit aus, er versucht immer das Gleiche, Bekannte und Vertraute wiederzufinden oder wieder herzustellen, unterbindet Veränderungen, hält sie auf, schränkt sie ein, versucht sie zu verhindern und bekämpft sie. Er wendet sich wie Sisphos gegen Neuerungen, streubt sich gegen die Grundregel alles Lebendigen „alles fließt“ in immer währendem Entstehen und Vergehen, das sich nicht aufhalten lässt. Er hält an Meinungen, Erfahrungen, Einstellungen, Grundsätzen und Gewohnheiten eisern fest, versucht sie zu einem immergültigen Prinzip, einer unumstößlichen Regel, einem ewigen Gesetz zu machen. Er weicht neuen Erfahrungen aus oder deutet sie um, um damit zu versuchen, sie an das Gekannte und Bewusste anzugleichen. Das kann bis zur bewussten und unbewussten Unredlichkeit gehen, indem Details des Neuen übersehen, tendenziös missverstanden werden oder einfach affektiv ablehnt. Es geht ihm dabei nicht um Objektivität, sondern um den Erhalt der festgehaltenen subjektiven Einstellung, es geht ihm darum, Recht zu haben. Er hat Vorurteile, mag keine Überraschungen, schützt sich so vor der Gefahr ungeprüften Annehmens, ist Neuem gegenüber zu wenig geöffnet. Er bremst, hemmt und verhindert Entwicklungen, auch die eigene. Das Grundproblem ist ein überwertiges Sicherungsbedürfnis. Daher liegen ihm Vorsicht, Voraussicht, zielbewusste Planung auf lange Sicht, eine Einstellung auf Dauer. Er hat Angst vordem Risiko, vor Wandlung und Vergänglichkeit, ist ein „Trockenkursler des Lebens“. Er ist voraussehend und Angst vor dem Ende.“

(Quelle: http://www.tim-deutschmann.de/Philosophie/RiemannKoordinaten.html)

So viel einmal zu dem philosophischen Hintergrund.

Jan und ich machen daraus eben den Abenteuer- und Sicherheitstyp und bewegen uns derzeit auf der Abenteuerachse. Alle kritischeren Reaktionen – die vollkommen willkommen sind – wurden uns dann wohl eher von sicherheitsorientierten Menschen entgegengebracht. Natürlich sind noch tausende andere Faktoren dabei zu beachten.

Was ich – bzw. Dita von Teese – damit nach 700 Wörten sagen will: 

“You can be the ripest, juiciest peach in the world, and there’s still going to be somebody who hates peaches. You can’t please everyone so stop trying”

Es muss und wird nie jeder alles, was wir machen oder jede Entscheidungen, die wir treffen, super finden! Dafür sind wir zu unterschiedlich und das ist gut so. Wir sollten einfach lernen weniger Erwartungen daran zu haben, WIE sich Menschen uns gegenüber verhalten und WAS sie im besten Fall sagen sollen. Wir sollten lernen öfter einen Perspektivwechsel einzunehmen, um alles auch mal aus den Augen des Gegenüber zu betrachten. Denn nur, weil WIR es für RICHTIG halten, ist es das eben nicht für jeden. Zudem hilft es den eigenen Selbstwert nicht davon abhängig zu machen, was andere über uns und unsere Entscheidungen denken. Und das ist ein Lernprozess, denn wir streben alle eigentlich den ganzen Tag nach sozialer Anerkennung!

Das heißt auch wir nehmen natürlich jeden kritischen Punkt entgegen, um diesen zu prüfen. Was haben wir noch nicht bedacht? Worüber sollten wir noch einmal nachdenken? Was können wir daraus ziehen? Dennoch wollen wir es nicht leugnen: Es fühlt sich einfach schöner an, wenn es Menschen gibt, die hinter uns stehen, unsere Entscheidung feiern, uns begleiten und ohne „hab ich euch doch gesagt“ am Ende mit 2 Euro in der Tasche wieder aufnehmen werden. Ganz unabhängig davon, dass wir diese Entscheidung ohne Zuspruch von außen und nur für uns getroffen haben, lesen sich bspw. solche Sätze (unter dem „Wir haben gekündigt“ Facebook Post) einfach toll:

„Auf das diese Lebensreise nie enden wird! Ich wünsche Euch viele Erfahrungen und werde mit Spannung Eure Geschichten verfolgen!“

„Bravo 👏👏👏 tolle und mutige Entscheidung, Hut ab👌“

„Ihr beide seid toll! Ihr rockt das! Freue mich über tolle Geschichten und Bilder 👍“

Habt einen wundervollen Samstag ihr Lieben!

Ich gehe heute Abend mit Kolleginnen in den Film „Die Stille Revolution“  und freu mich schon sehr.

PS: Wir haben die 500 Abonnenten bei Instagram geknackt und bedanken uns mit einem kleinen Gewinnspiel bei euch.

Drück euch,

eure Dori

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Verfasst von

Wir - Dori & Jan - haben unseren Job aufgegeben und reisen ab Januar 2019 für sechs Monate durch Südostasien. Begleitet uns bei unserem persönlichen Entwicklungsweg, beim Leben unserer Träume, besiegen unserer Ängste und dankbar sein für das, was wir haben und erleben.

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